Brasilien, Campo Grande, Pantanal
04.11.2009 - 09.11.2009
30 °C
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Einmal um die Welt...
auf TCTravel09's Reise-Karte.
4.11.2009
Auch für diesen Flug sollte die "Upgradesträhne", die Tati zuvor mit Moritz bei den Hotels hatte, nicht abreißen. Nachdem wir erfolgreich einen Platz in der "Emergency Exit Row" ergattert hatten, wurden wir beim Boarden noch einmal aufgerufen. Die nette Stewardess gab uns einen neuen Boardig Pass und teilte uns mit, dass wir für den Flug nach Sao Paulo auf Business upgegraded wurden.
Das Highlight war natürlich das Essen. Man durfte von drei Gerichten wählen, die ausezeichnet waren. Außerdem gab es sehr leckeren Wein.
Im Flughafen von Saõ Paulo trafen wir per Zufall Pascal beim Einchecken für den Campo Grande Flug. Pascal ist ein alter Freund von Claudi, der sie bisher egal wo es sie hinverschlagen hatte, besucht hat. Und da durfte Brasilien natürlich auch nicht fehlen. Der renommierte Journalist Pascal war am Tag zuvor schon von Bremen nach Saõ Paulo geflogen, war jedoch auf den gleichen Flug nach Campo Grande gebucht wie wir.
Pascal hat uns seine Tagebucheinträge zur Verfügung gestellt. Schließlich schreibt er auch in Deutschland täglich heimlich und fleißig Tagebuch. Er ist da also Profi. (Was kann eigentlich passieren, wenn man einen Journalisten verleumdet???). Naja, auf jeden Fall finden wir es eine schöne Sache, wenn in unserem Blog auch einige Berichte aus Sicht von Mitreisenden geschrieben sind. Deshalb findet ihr im Folgenden die Eindrücke von Pascal, ein wenig gewürzt mit unseren Erweiterungen.
Kaum am Flughafen ìn Campo Grande angekommen, treffe ich natürlich, ohne das wir uns verabredet oder abgesprochen haben, Claudia und Tatiana. Eigentlich wollten wir uns erst im Flieger treffen. Wir wollten uns die Sitznummern per sms schicken, beim einchecken nach den Sitzen des anderen fragen oder uns spätestens im Flieger gegenseitig suchen. So gab es natürlich ein großes Hallo. Und was macht man als erstes? Natürlich Kaffee und Fleisch zu sich nehmen. Also ab zur nächsten Fast-Food-Kette. Erwähnte ich, dass die Frauen hier in Brasilien alle extrem durchtrainiert und hübsch sind? Um 14.30 Uhr ging es weiter nach Campo Grande. Wieder Fliegen. Dort angekommen freue ich mich über weitere vier bis fünf Grad mehr auf dem Thermometer. Direkt nach der Landung machten wir uns erstmal auf die Suche nach einem Hostel. Ein gewisser Rodrigo holt uns ab. Schon im Auto will er uns eine Tour ins Pantanal andrehen. Im Hostel angekommen, stellten wir fest, dass es nur sehr kleine Zimmer gibt - mit zwei Frauen auf dem Zimmer ist das für mich natürlich überhaupt kein Problem...

Tati und Claudi
Der weitere Tagesverlauf: Essen, Bier trinken und am Pool sitzend mit Claudia ein endloses Gespräch führen. Auf die Freundschaft. So kann es weiter gehen. Toll ist, dass ein wildfremder, netter, langhaariger Herr die passende Musik für uns auf seinem Mac-Book spielt. Die ganze Nacht lang. Kurios: Nur wir drei – der unbekannte Brasilianer, Claudia und ich sitzen bis morgen um 4 Uhr (in Deutschland etwa 8 Uhr) am Pool. Tatiana war totmüde und ist deshalb früh ins Bett gegangen.
Der 5.11.2009 vergeht schnell: Internet, rummgammeln, Wäsche waschen, Einkaufen, Obstsalat machen und die Pantanal-Tour buchen.
Das Pantanal ist mit 230.000 Quadratkilometer das größte Feuchtgebiet der Welt und angeblich die größte ökologische Attraktion Brasiliens. Es reicht bis nach Paraguay und Bolivien und Die Fülle an Tieren und Pflanzen, die man hier sieht, gibt es wohl sonst nirgends in Südamerika (laut Lonely Planet). In der Regenzeit (Okt-März) überschwemmen der Rio Paraguay und andere Flüße einen großen Teil des niedriger gelegenen Gebietes und schaffen so vereinzelte, trockene Inseln, auf denen sich die Tiere versammeln. Hier gibt es ca 650 Vogel- und Säugetierspezies. Die Alligatorenpopulation wird auf 10-35 Millionen geschätzt.
Wir waren jedoch noch am Ende der Trockenzeit hier. Mal schauen, wie das Gesicht des Pantanal in dieser Zeit aussieht.
Das Gesprächsthemen des Tages: Kriminalität in Südamerika. Selbstverständlich sollte man(n) immer auf seine Papiere, seinen Rucksack und sonstigen Habseligkeiten aufpassen. Claudia und Tatiana erzählen von den raffinierten Tricks der Gauner und Verbrecher. Besonders aufpassen sollte ich, wenn ein Unbekannter mir auf der Straße Blumen anbietet oder mich mit Wasser bespritzt. Alles nur Ablenkungsmanöver – denn in solchen Fällen ist auch ganz schnell mal die Tasche weg. Merke: Rucksäcke in der Öffentlichkeit nicht auf den Boden stellen.
Am 6.11.2009 wachte Tatiana mit einem flauen Magen auf. Sie hat das Essen vom Vortag (chicken Stroganoff) beim "Restaurant" um die Ecke nicht vertragen. Sie ließ sich das also noch einmal durch den Kopf gehen. Ein Tag Bettruhe gönnt sie sich. Ich hätte wahrscheinlich eine ganze Woche flach gelegen. Wir verschieben die Pantanal-Tour um einen Tag. Ich fahre mit Claudia zum zweiten Mal in die Shopping Mall, die Attraktion dieser Stadt. Wir gehen ins Kino und schauen uns den Film „Law abiding Citizien“ (Gesetzt der Rache) mit Jamie Foxx an. Die Kinokartenverkäufer haben einen riesigen Spaß dran, mit uns, über uns und wegen uns zu lachen. Dabei wollen wir nur zur Toilette oder süßes Popcorn. Für die Brasilianer ein Grund noch mehr zu lachen. Warum auch immer. Wir lachen mit. Zwischendurch mache ich noch mal schnell ein Foto mit der brasilianischen Nachwuchsnationalmannschaft.

Die Kuriosität des Tages: Eiswürfel im Pissoir.

Am 7.11.2009 geht es dann endlich auf ins Pantanal. Erst eine lange Fahrt mit dem Bus, dann umsteigen und weiter im Trekking-Van durch das Feuchtgebiet.

Unser Transportmittel

Cowboys
Wir dürfen uns auch aufs Dach setzen beziehungsweise legen, um vor entgegenkommenden Zweigen auszuweichen. Der Fahrtwind und die Aussicht sind dafür aber sensationell. Wir sahen z.B schon gleich mehrere Tukane. Als wir erst einmal im Pantanal Gebiet waren, gab es ca alle hundert meter eine Brücke. In der Trockenzeit wirken diesen Brücken lächerlich, aber in der Regenzeit sind sie notwendig.

Brücke
In unserem Camp angekommen, bekommen wir die Schlafplätze gezeigt: 15 Hängematten nebeneinander in einer Hütte, die überwiegend aus löchrigem Moskitonetz besteht.


Claudi und Pascal
Eine handgroße Vogelspinne (soll giftig gewesen sein) begrüßt uns im Schlafgemach. Tatiana hilft tatkräftig sie aus dem Schlafsaal zu entfernen.

Spinne

Tati mit Spinne

Tati mit Spinne

Kurz vor dem Sprung auf die andere Seite des Zaunes
Am nur wenige Meter entfernten Fluss sehen wir den ersten Kaiman. Nach Diskussionen mit unseren Gruppenleitern (Führern) gibt es überraschenderweise doch eine Nachttour. Also wieder auf den Trekking-Van. Es geht zum Kaiman See.



8.11.2009
Ich dachte ich hätte Urlaub und dann das: Um 4 Uhr aufstehen. Warum auch immer. Um 5 Uhr startet die erste Tagestour. Tatiana hatte eine geschwollene Nase. Sie wurde wohl in der Nacht von einer Bekannten der giftigen Spinne, die sie aus unserem Schlafquartier entfernt hatte, geboxt.
Wir fahren ziemlich lange durch den Wald. Nach und nach wird es hell. Wir kommen am Kaiman-See vorbei, den wir schon während der Nachttour gesehen haben. Dieses mal kommen wir den Kaimanen ganz nah und sehen auch Hyazinth Aras, grüne Papageien, den riesigen Pantanal Storch "Jabiru" (das Symbol des Pantanal), eine Gruppe Riesenotter und Wasserschweine (Capybara).

Pascal kommt den Kaimanen näher

Tati kommt den Kaimanen näher

Claudi kommt den Kaimanen näher

Riesenotter

Hyazinth Aras

Hyazinth Aras

Grüne Papageien

Pantanal Storch

Pantanal Storch

Capybara - Wasserschwein

Capybara - Wasserschwein
Hier am "Kaiman See", wie wir ihn nennen, kann es aufgrund der vielen Exemplare schon mal zum Kampf zwischen den Kaimanen kommen. Unser Guide erzählt uns, dass die Kaimane bei Futternot auch schon mal Kanibalismus betreiben.
Einige Tiere sind auch richtig abgemagert oder haben fehlende Gliedmaßen.

Für manche gibt es genug zu fressen

abgemagertes Krokodil

verstümmeltes Krokodil
Dann geht es weiter zum Rio Paraguay. Wir setzen mit der Fähre über den Fluss. Als wir gegen 10 Uhr erfahren, dass es jetzt eine Pause bis 14 Uhr gibt, platz einigen fast der Kragen. Bitte warum mussten wir um 5 Uhr morgens los, um dann vier Stunden Pause zu machen? Die beiden Guides Hanni und Nanni ähh Carlos wirken genervt und scheinen keine Lust zu haben uns Touris durch die Gegend zu führen.
Aber der Tag wird auch noch besser. Nachdem ich Hanni erstmal beim Pool-Billard abgezogen hatte, stand die Bootsfahrt auf dem Programm. Hinter dem Boot sprangen immer wieder Fische in die Luft, scheinbar mit den Wellen spielend. Total lustig.

Boot

fliegender Fisch
Auf einem Seitenarm des Rio Paraguay suchten wir nach Anakondas und wurden auch fündig.
Dieses respekteinflößende Tier war ca 4 m lang!!


Claudi

Tati

Trotzdem nehmen Pascal und Claudia die Anakonda auf die Schultern. Tatiana tut die Schlange einfach nur leid. Sie spielt dafür den Fotograf.


Die weiteren Highlights des Tages: gekochte Piranhas im Mund und
Baby-Krokodil in der Hand:

Tati

Pascal

Claudi

scharfe Zähne

Der Bauch ist bei Alligatoren Gelb (im Gegensatz zu Kaimanen)

Carlos zeigt uns die Zunge
False River Cobra zu Füßen:

Black collard Hawk:

Die Abtörner des Tages: Schuhe im Schlamm, zerkratze Beine, Moskitostiche und die Guides.

Und noch ein paar mehr Tiere:
Great blue Heron (Reiher):
Wolf:

schwarzer Geier:

Kormoran:

Und diesen imposanten Vogel:

Am Ende des Tages sind nicht nur wir unzufrieden mit dem Programm und dem Tag. Den Dänen Jaspar und Tine geht es genauso. Auch wenn wir eine unglaubliche Anzahl an Tieren gesehen und viel erlebt haben, entschließen wir uns (auch de Dänen) einen Tag früher zu fahren und nach Rio zu fliegen.
Am 9.11.2009 machten wir endlich etwas, was den Mädels so richtig Spaß macht: Reiten. Nix für mich. Auf der Tour sahen wir wieder Wasserschweine (Capybara), Mohrenkaimane, Alligatoren, Hyazinth Aras.

Pascal


Claudi

Claudi

Gruppenbild

Tati
Andere Tiere, die wir im Pantanal noch gesehen haben, aber keine Fotos gemacht haben, sind, Treefrog, Riesenspinnen, Tucane, Schmetterlinge, Wildschweine und Glühwürmchen.
Am Abend, nach einer ewig langen Rückreise nach Campo Grande, buchen wir schnell einen Flug nach Rio de Janeiro und tauschen die schon gekauften Bustickets um.
Eingestellt von TCTravel09 08.11.2009 17:00 Archiviert in Brasilien Tagged round_the_world Kommentare (0)































































































