Reise blog von Travellerspoint

Brasilien, Campo Grande, Pantanal

sunny 30 °C
View Einmal um die Welt... auf TCTravel09's Reise-Karte.

4.11.2009

Auch für diesen Flug sollte die "Upgradesträhne", die Tati zuvor mit Moritz bei den Hotels hatte, nicht abreißen. Nachdem wir erfolgreich einen Platz in der "Emergency Exit Row" ergattert hatten, wurden wir beim Boarden noch einmal aufgerufen. Die nette Stewardess gab uns einen neuen Boardig Pass und teilte uns mit, dass wir für den Flug nach Sao Paulo auf Business upgegraded wurden.

Das Highlight war natürlich das Essen. Man durfte von drei Gerichten wählen, die ausezeichnet waren. Außerdem gab es sehr leckeren Wein.

Im Flughafen von Saõ Paulo trafen wir per Zufall Pascal beim Einchecken für den Campo Grande Flug. Pascal ist ein alter Freund von Claudi, der sie bisher egal wo es sie hinverschlagen hatte, besucht hat. Und da durfte Brasilien natürlich auch nicht fehlen. Der renommierte Journalist Pascal war am Tag zuvor schon von Bremen nach Saõ Paulo geflogen, war jedoch auf den gleichen Flug nach Campo Grande gebucht wie wir.

Pascal hat uns seine Tagebucheinträge zur Verfügung gestellt. Schließlich schreibt er auch in Deutschland täglich heimlich und fleißig Tagebuch. Er ist da also Profi. (Was kann eigentlich passieren, wenn man einen Journalisten verleumdet???). Naja, auf jeden Fall finden wir es eine schöne Sache, wenn in unserem Blog auch einige Berichte aus Sicht von Mitreisenden geschrieben sind. Deshalb findet ihr im Folgenden die Eindrücke von Pascal, ein wenig gewürzt mit unseren Erweiterungen.

Kaum am Flughafen ìn Campo Grande angekommen, treffe ich natürlich, ohne das wir uns verabredet oder abgesprochen haben, Claudia und Tatiana. Eigentlich wollten wir uns erst im Flieger treffen. Wir wollten uns die Sitznummern per sms schicken, beim einchecken nach den Sitzen des anderen fragen oder uns spätestens im Flieger gegenseitig suchen. So gab es natürlich ein großes Hallo. Und was macht man als erstes? Natürlich Kaffee und Fleisch zu sich nehmen. Also ab zur nächsten Fast-Food-Kette. Erwähnte ich, dass die Frauen hier in Brasilien alle extrem durchtrainiert und hübsch sind? Um 14.30 Uhr ging es weiter nach Campo Grande. Wieder Fliegen. Dort angekommen freue ich mich über weitere vier bis fünf Grad mehr auf dem Thermometer. Direkt nach der Landung machten wir uns erstmal auf die Suche nach einem Hostel. Ein gewisser Rodrigo holt uns ab. Schon im Auto will er uns eine Tour ins Pantanal andrehen. Im Hostel angekommen, stellten wir fest, dass es nur sehr kleine Zimmer gibt - mit zwei Frauen auf dem Zimmer ist das für mich natürlich überhaupt kein Problem...

IMG_6026.jpg
Tati und Claudi

Der weitere Tagesverlauf: Essen, Bier trinken und am Pool sitzend mit Claudia ein endloses Gespräch führen. Auf die Freundschaft. So kann es weiter gehen. Toll ist, dass ein wildfremder, netter, langhaariger Herr die passende Musik für uns auf seinem Mac-Book spielt. Die ganze Nacht lang. Kurios: Nur wir drei – der unbekannte Brasilianer, Claudia und ich sitzen bis morgen um 4 Uhr (in Deutschland etwa 8 Uhr) am Pool. Tatiana war totmüde und ist deshalb früh ins Bett gegangen.

Der 5.11.2009 vergeht schnell: Internet, rummgammeln, Wäsche waschen, Einkaufen, Obstsalat machen und die Pantanal-Tour buchen.

Das Pantanal ist mit 230.000 Quadratkilometer das größte Feuchtgebiet der Welt und angeblich die größte ökologische Attraktion Brasiliens. Es reicht bis nach Paraguay und Bolivien und Die Fülle an Tieren und Pflanzen, die man hier sieht, gibt es wohl sonst nirgends in Südamerika (laut Lonely Planet). In der Regenzeit (Okt-März) überschwemmen der Rio Paraguay und andere Flüße einen großen Teil des niedriger gelegenen Gebietes und schaffen so vereinzelte, trockene Inseln, auf denen sich die Tiere versammeln. Hier gibt es ca 650 Vogel- und Säugetierspezies. Die Alligatorenpopulation wird auf 10-35 Millionen geschätzt.
Wir waren jedoch noch am Ende der Trockenzeit hier. Mal schauen, wie das Gesicht des Pantanal in dieser Zeit aussieht.

Das Gesprächsthemen des Tages: Kriminalität in Südamerika. Selbstverständlich sollte man(n) immer auf seine Papiere, seinen Rucksack und sonstigen Habseligkeiten aufpassen. Claudia und Tatiana erzählen von den raffinierten Tricks der Gauner und Verbrecher. Besonders aufpassen sollte ich, wenn ein Unbekannter mir auf der Straße Blumen anbietet oder mich mit Wasser bespritzt. Alles nur Ablenkungsmanöver – denn in solchen Fällen ist auch ganz schnell mal die Tasche weg. Merke: Rucksäcke in der Öffentlichkeit nicht auf den Boden stellen.

Am 6.11.2009 wachte Tatiana mit einem flauen Magen auf. Sie hat das Essen vom Vortag (chicken Stroganoff) beim "Restaurant" um die Ecke nicht vertragen. Sie ließ sich das also noch einmal durch den Kopf gehen. Ein Tag Bettruhe gönnt sie sich. Ich hätte wahrscheinlich eine ganze Woche flach gelegen. Wir verschieben die Pantanal-Tour um einen Tag. Ich fahre mit Claudia zum zweiten Mal in die Shopping Mall, die Attraktion dieser Stadt. Wir gehen ins Kino und schauen uns den Film „Law abiding Citizien“ (Gesetzt der Rache) mit Jamie Foxx an. Die Kinokartenverkäufer haben einen riesigen Spaß dran, mit uns, über uns und wegen uns zu lachen. Dabei wollen wir nur zur Toilette oder süßes Popcorn. Für die Brasilianer ein Grund noch mehr zu lachen. Warum auch immer. Wir lachen mit. Zwischendurch mache ich noch mal schnell ein Foto mit der brasilianischen Nachwuchsnationalmannschaft.

P1020273.jpg

Die Kuriosität des Tages: Eiswürfel im Pissoir.

large_270_P1020276.jpg

Am 7.11.2009 geht es dann endlich auf ins Pantanal. Erst eine lange Fahrt mit dem Bus, dann umsteigen und weiter im Trekking-Van durch das Feuchtgebiet.

P102028133.jpg
Unser Transportmittel

IMG_6075.jpg
Cowboys

Wir dürfen uns auch aufs Dach setzen beziehungsweise legen, um vor entgegenkommenden Zweigen auszuweichen. Der Fahrtwind und die Aussicht sind dafür aber sensationell. Wir sahen z.B schon gleich mehrere Tukane. Als wir erst einmal im Pantanal Gebiet waren, gab es ca alle hundert meter eine Brücke. In der Trockenzeit wirken diesen Brücken lächerlich, aber in der Regenzeit sind sie notwendig.

IMG_6117.jpg
Brücke

In unserem Camp angekommen, bekommen wir die Schlafplätze gezeigt: 15 Hängematten nebeneinander in einer Hütte, die überwiegend aus löchrigem Moskitonetz besteht.

P102030936.jpg

P102030735.jpg
Claudi und Pascal

Eine handgroße Vogelspinne (soll giftig gewesen sein) begrüßt uns im Schlafgemach. Tatiana hilft tatkräftig sie aus dem Schlafsaal zu entfernen.

large_IMG_6095.jpg
Spinne

P102029534.jpg
Tati mit Spinne

large_IMG_6110.jpg
Tati mit Spinne

large_IMG_6105.jpg
Kurz vor dem Sprung auf die andere Seite des Zaunes

Am nur wenige Meter entfernten Fluss sehen wir den ersten Kaiman. Nach Diskussionen mit unseren Gruppenleitern (Führern) gibt es überraschenderweise doch eine Nachttour. Also wieder auf den Trekking-Van. Es geht zum Kaiman See.

large_IMG_6141.jpg

large_IMG_6150.jpg

large_IMG_6155.jpg

8.11.2009
Ich dachte ich hätte Urlaub und dann das: Um 4 Uhr aufstehen. Warum auch immer. Um 5 Uhr startet die erste Tagestour. Tatiana hatte eine geschwollene Nase. Sie wurde wohl in der Nacht von einer Bekannten der giftigen Spinne, die sie aus unserem Schlafquartier entfernt hatte, geboxt.
Wir fahren ziemlich lange durch den Wald. Nach und nach wird es hell. Wir kommen am Kaiman-See vorbei, den wir schon während der Nachttour gesehen haben. Dieses mal kommen wir den Kaimanen ganz nah und sehen auch Hyazinth Aras, grüne Papageien, den riesigen Pantanal Storch "Jabiru" (das Symbol des Pantanal), eine Gruppe Riesenotter und Wasserschweine (Capybara).

large_IMG_6270.jpg
Pascal kommt den Kaimanen näher

large_IMG_6266.jpg
Tati kommt den Kaimanen näher

large_IMG_6262.jpg
Claudi kommt den Kaimanen näher

large_IMG_6252.jpg
Riesenotter

Hyazinth_Aras_nah.jpg
Hyazinth Aras

large_IMG_6229.jpg
Hyazinth Aras

large_IMG_6207.jpg
Grüne Papageien

large_IMG_6193.jpg
Pantanal Storch

large_IMG_6191.jpg
Pantanal Storch

Capybara_41.jpg
Capybara - Wasserschwein

large_IMG_6486.jpg
Capybara - Wasserschwein

Hier am "Kaiman See", wie wir ihn nennen, kann es aufgrund der vielen Exemplare schon mal zum Kampf zwischen den Kaimanen kommen. Unser Guide erzählt uns, dass die Kaimane bei Futternot auch schon mal Kanibalismus betreiben.

Einige Tiere sind auch richtig abgemagert oder haben fehlende Gliedmaßen.

large_IMG_6289.jpg
Für manche gibt es genug zu fressen

large_IMG_6276.jpg
abgemagertes Krokodil

large_IMG_6238.jpg
verstümmeltes Krokodil

Dann geht es weiter zum Rio Paraguay. Wir setzen mit der Fähre über den Fluss. Als wir gegen 10 Uhr erfahren, dass es jetzt eine Pause bis 14 Uhr gibt, platz einigen fast der Kragen. Bitte warum mussten wir um 5 Uhr morgens los, um dann vier Stunden Pause zu machen? Die beiden Guides Hanni und Nanni ähh Carlos wirken genervt und scheinen keine Lust zu haben uns Touris durch die Gegend zu führen.

Aber der Tag wird auch noch besser. Nachdem ich Hanni erstmal beim Pool-Billard abgezogen hatte, stand die Bootsfahrt auf dem Programm. Hinter dem Boot sprangen immer wieder Fische in die Luft, scheinbar mit den Wellen spielend. Total lustig.

large_IMG_6335.jpg
Boot

large_IMG_6426.jpg
fliegender Fisch

Auf einem Seitenarm des Rio Paraguay suchten wir nach Anakondas und wurden auch fündig.
Dieses respekteinflößende Tier war ca 4 m lang!!

P102034040.jpg

P102033538.jpg
Claudi

P102033337.jpg
Tati

P102033839.jpg

Trotzdem nehmen Pascal und Claudia die Anakonda auf die Schultern. Tatiana tut die Schlange einfach nur leid. Sie spielt dafür den Fotograf.

P102034241.jpg

P102034542.jpg

Die weiteren Highlights des Tages: gekochte Piranhas im Mund und

Baby-Krokodil in der Hand:

270_P102034843.jpg
Tati

large_IMG_6393.jpg
Pascal

large_IMG_6375.jpg
Claudi

large_IMG_6370.jpg
scharfe Zähne

large_IMG_6362.jpg
Der Bauch ist bei Alligatoren Gelb (im Gegensatz zu Kaimanen)

Carlos_All.._Zunge2.jpg
Carlos zeigt uns die Zunge

False River Cobra zu Füßen:

large_IMG_6347.jpg

Black collard Hawk:

large_IMG_6410.jpg

Die Abtörner des Tages: Schuhe im Schlamm, zerkratze Beine, Moskitostiche und die Guides.

P1020331.jpg

Und noch ein paar mehr Tiere:

Great blue Heron (Reiher):
large_IMG_6322.jpg

Wolf:

P102035644.jpg

schwarzer Geier:

large_IMG_6324.jpg

Kormoran:

large_IMG_6447.jpg

Und diesen imposanten Vogel:

P106040047.jpg

Am Ende des Tages sind nicht nur wir unzufrieden mit dem Programm und dem Tag. Den Dänen Jaspar und Tine geht es genauso. Auch wenn wir eine unglaubliche Anzahl an Tieren gesehen und viel erlebt haben, entschließen wir uns (auch de Dänen) einen Tag früher zu fahren und nach Rio zu fliegen.

Am 9.11.2009 machten wir endlich etwas, was den Mädels so richtig Spaß macht: Reiten. Nix für mich. Auf der Tour sahen wir wieder Wasserschweine (Capybara), Mohrenkaimane, Alligatoren, Hyazinth Aras.

Reiten_Farm_Pascal51.jpg
Pascal

Reiten_Far..ferde50.jpg

Reiten_Far..asser49.jpg
Claudi

Reiten_Far..udi_348.jpg
Claudi

P102037946.jpg
Gruppenbild

P102036745.jpg
Tati

Andere Tiere, die wir im Pantanal noch gesehen haben, aber keine Fotos gemacht haben, sind, Treefrog, Riesenspinnen, Tucane, Schmetterlinge, Wildschweine und Glühwürmchen.

Am Abend, nach einer ewig langen Rückreise nach Campo Grande, buchen wir schnell einen Flug nach Rio de Janeiro und tauschen die schon gekauften Bustickets um.

Eingestellt von TCTravel09 08.11.2009 17:00 Archiviert in Brasilien Tagged round_the_world Kommentare (0)

Bolivien, Copacabana, Isla del Sol, Titikakasee

Claudi nicht mehr ganz allein in Peru, aber Episode 3: Auf gehts ins noch abenteuerlichere Bolivien an den Titicaca-See (25.10. - 27.10.09)

sunny 22 °C
View Einmal um die Welt... & Moritz Peru auf TCTravel09's Reise-Karte.

25.10.09
Nach 2 Tagen Entspannung in Cuzco und Verabschiedung von Etiennes Freunden, nahmen wir den Nachtbus und kamen heute früh um 10 Uhr in Copacabana, Bolivien an.

Kurz vor der Grenze zwischen Peru und Bolivien stiegen wir in kleine Minibusse um wo das Gepaeck aufs Dach kam und wir hofften, dass es auch an der Grenze noch dort oben ist. Nachdem wir uns unsere peruanischen Ausreisestempel abgeholt hatten ging es per Pedes ueber die Grenze.

0467_IMMIGRATIONS_03.jpg
P1010822.jpg
9IMG_1037.jpg
...ein paar Schritte noch...
P1010848.jpg
...und dann waren wir in Bolivien:
270_IMG_1040.jpg

Hinter der Grenze ging es dann in den naechsten Bus, der uns nach Copacabana brachte.

Copacabana ist eine Landstadt im Departamento La Paz im südamerikanischen Anden-Staat Bolivien und liegt auf der Copacabana-Halbinsel direkt am Ufer des 3.810 m hoch gelegenen Titicaca-See.

Laut Berichten erhielt der gleichnamige Stadtteil in Rio de Janeiro seinen Namen durch Marienkunstwerke, die in Copacabana am Titicacasee in Bolivien eingeführt wurden. Der Name Copacabana wird einerseits aus der Indiosprache kommend mit "Sicht auf den See" erklärt, könnte sich aber auch vom Namen einer frühzeitlichen Wassergottheit, die ähnlich einer Aphrodite oder Venus war, herleiten.

Der Titicaca-See(spanisch: Lago Titicaca) ist Südamerikas größter See; mit einer Fläche von 8.288 Quadratkilometern ist er etwa 15 Mal so groß wie der Bodensee. Er befindet sich auf dem Altiplano, der Hochebene der Anden; der westliche Teil des Sees gehört zu Peru, der östliche zu Bolivien.

Copacabana ist so klein und schnuckelig, dass man alles zu Fuss erreichen kann. Es hat ein bisschen etwas von einem "Hippiedörfchen" wo sich viele Traveller wohlfühlten und niedergelassen haben. Es gibt viele nette Cafes zum Wohlfühlen und es ist das Tor zur "Isla del Sol"(Sonneninsel) und "Isla de la Luna"(Mondinsel) im Titikakasee.

Nachdem wir im laut Lonelyplanet besten Hotel von Copacabana (Preis 14 Dollar pro Person) - La Cupula - leider nichts mehr bekamen (es war wirklich der Wahnsinn mit Whirpool und allem drum und dran) , mieteten wir uns für 12,50 Dollar pro Person inkl. Frühstück im kaum weniger schönen Hotel Utama ein mit Blick auf Titikakasee.

La_Cupula_Hostel.jpg
Das wunderschoene Cupula Hostel

southameri..l-utama.jpg
Hotel Utama - von aussen nicht ganz so wunderschoen...

P1010825.jpg
...dafuer gabs nen schoenen Innenhof...

P1010824.jpg

IMG_1044.jpg
...und nen gigantischen Blick ueber den Titicacasee.

Da es bereits kein Fruehstueck mehr gab, zauberten wir uns unser eigenes mit Coca-Tee, Obstsalat und Cookies:

90_P1010829.jpg

Danach ruhten wir uns erstmal von der anstrengenden Nachtbusfahrt aus und gingen spaeter noch etwas in Copacabana spazieren. Leider wurden wir dann allerdings von einem Regensturm ueberrascht, so dass wir uns schnell wieder auf den Rueckweg zum Hotel machten.
Am Abend kauften wir unsere Tickets fuer das Boot zur Isla del Sol, die wir am naechsten Tag erkunden wollten. Copacabana hatte keinen Geldautomaten - und es war wirklich eine Herausforderung, unsere Bolivianos so zu kalkulieren, dass sie fuer den Aufenthalt reichen wuerden. Zum Glueck hatte ich noch einige US-Dollar, mit denen wir das Hotel bezahlen konnten. Wir hatten schon von einigen gehoert, die frueher abreisen mussten als gewollt da sie kein Geld mehr hatten und natuerlich auch nicht davon ausgegangen waren, dass es in dem ganzen Ort keinen Geldautomaten gibt.

26.10.09
Um 7 Uhr hieß es raus aus den Federn, schnell zum Fruehstueck und ab zum Hafen, da um 8:30 Uhr unser Boot zur Isla del Sol fahren sollte, die groessere der beiden Inseln im Titicacasee.

Titicacase..8301589.jpg
Der Hafen

Die Insel ist in drei Gemeinden geteilt, Cha'llapampa im Norden, Cha'lla im Zentrum und Yumani im Süden. Auf ihr leben ca. 2000 Menschen und ebensoviele Kühe, Schweine, Esel und Schafe.

Vom bolivianischen Ort Copacabana aus verkehren regelmäßig Ausflugsschiffe zur Isla del Sol. Die Insel ist 14,3 km² groß und 1 km vom Festland, der Copacabana-Halbinsel, entfernt. Die höchste Erhebung der Insel (Cerro Chequesan) ist 4.075 m hoch (sie erhebt sich also 265 m über das Niveau des Titicacasees).

Das Boot war wahnsinnig langsam - wir fuhren 1,5 Stunden und legten schließlich im Norden der Insel an. Aber es lohnte sich, es war einfach wunderschoen.
Wir starteten bei der Inkaruine (die Isla del Sol ist die Geburtsstaette der Inkas), wunderten uns ueber den Geschaeftssinn der Bolivianer (sie verlangten doch tatsaechlich "Wegzoll" einmal im Norden und spaeter auch noch im Sueden der Insel) und wanderten die 3-4 Stunden in den suedlichen Teil der Insel. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus, aber seht selbst:

P1010902.jpg
P1010916.jpg
P1010861.jpg
P1010887.jpg
IMG_1125.jpg
IMG_1111.jpg
IMG_1104.jpg
IMG_1068.jpg
IMG_1084.jpg
IMG_1138.jpg
IMG_1139.jpg

Kurz vor dem Dorf im Sueden wurden wir von einem kleinen Jungen abgefangen, der uns Hostels zeigen wollte. Wir hatten das Boot zurueck nach Copacabana eh verpasst und freuten uns diese Nacht auf der Insel zu verbringen. Er brachte uns zu einem halbfertigen Bau, was uns zunaechst skeptisch machte...als wir jedoch das Zimmer sahen mit hellen Panoramafenstern, einem Balkon komplett ums ganze Zimmer und einem gigantischen Blick auf den Titicacasee ueberlegten wir nicht zweimal:

IMG_1148.jpg
Das Zimmer
90_P1010921.jpg
Blick aus dem Fenster
P1010922.jpg
Blick vom Balkon

Nach einer Dusche sahen wir uns ein bisschen in dem Ort um und kletterten noch auf den hoechsten Punkt der Isla del Sol, den Cerro Chequesan der 4.075m ueber dem Meeresspiegel liegt.

Am Abend gingen wir in eines der "zahlreichen Restaurants" mit der zahlreichen Auswahl (die meisten hatten nur das Uebliche: Reis, Pommes, Salat und Huehnchen) essen und wurden wiederum von einem Gewitterregen mit Hagel ueberrascht. Es hatte aber irgendwie etwas Heimeliges.

27.10.09
Wir versuchten ein fruehes Boot zurueck zu nehmen, da unser Bus von Copacabana nach Arequipa, zurueck nach Peru bereits um 13:30 Uhr ging. Nachdem uns die privaten "Charterangebote" doch um einiges zu teuer waren, machten wir es uns in der Sonne gemuetlich und warteten auf das normale Boot. Zurueck in Copacabana machten wir noch einige Erledigungen und gingen zur Bushaltestelle. Dort musste ich mal wieder feststellen, dass die Reisewelt echt ein Dorf ist - ich traf auf Hanna, die Koreanerin aus meiner Machu Picchu Reisegruppe.
Nachdem wir wiederum ueber die Grenze zurueck nach Peru gelaufen waren und ich noch ueber eine amuesante Fussmatte stolperte:

P1010929.jpg

kamen wir am Abend um 22:30 Uhr in Arequipa an, wo uns die naechsten Abenteuer erwarten wuerden.

Eingestellt von TCTravel09 05.11.2009 04:07 Archiviert in Bolivien Tagged round_the_world Kommentare (0)

Peru, Machu Picchu (Claudi)

Claudi allein in Peru Episode 2: In 4 Tagen (19.10. - 22.10.09) zum Machu Picchu!

sunny 25 °C
View Einmal um die Welt... & Moritz Peru auf TCTravel09's Reise-Karte.

19.10.2009
Als der Wecker um 4 Uhr früh klingelte wollte ich ihn nicht hören - aber einmal wach packte ich meine 7 Sachen und war neugierig auf das was mich heute erwarten würde. Ich verabschiedete mich von Gabriella und machte mich auf den Weg zum Machu Picchu. Ich hatte einen 4-Tages-Trip gebucht - einen Tag Fahrrad fahren und 3 Tage Wandern.

Meine Tourveranstalterin holte mich um 5 Uhr im Hostel ab und brachte mich zum Treffpunkt. Im Minibus traf ich auf meine Wanderfreunde für die nächsten Tage:

John & Chablis - ein supernettes Holländerpärchen
Chris & Ryan - 2 Klasse Kanadier mit trockenem Humor
Leif - ein Ami aus San Francisco mit passendem Cowboyhut
Hanna - eine Koreanerin ohne Chance sich richtige Kleidung einzupacken, da sie zu früh abgeholt wurde
Julian - ein französischer Frankfurt-Banker mit pfiffigem Köpfchen
Andre - ein lustiger Brasilianer mit viel Herz

Da waren wir also eine bunt gemischte Gruppe und mit Silvio, unserem peruanischen Führer hatten wir auch einen super Fang gemacht.

Nach einem kurzen Frühstück um 7 Uhr in Ollantaytambo (da habe ich übrigens das Bild aus meinem letzten Artikel gemacht - tagsüber wimmelt es hier sonst von Touristen) fuhren wir im Minibus und den Fahrrädern im Gepäck zunächst auf über 4000m Höhe. Am ersten Tag waren 60 km Serpentinen-Downhill mit dem Fahrrad angesagt! Das Wetter war mit Worten nicht zu beschreiben! Wir packten uns ganz dick ein und starteten unsere Tour!

Machu_Picchu_Trip_007.jpg
Machu_Picchu_Trip_011.jpg
Machu_Picchu_Trip_023.jpg
Machu_Picchu_Trip_004.jpg
Machu_Picchu_Trip_041.jpg
Ja, diese ganzen Serpentinen sind wir hinunter gefahren...
Machu_Picchu_Trip_019.jpg

Wir fuhren ungefähr von der Schneegrenze hinunter bis in den "Dschungel". Unterwegs wurde es immer heißer und wir hätten uns am liebsten die Kleider vom Leib gerissen wenn da nicht die fiesen Moskitos wären.

Gegen Mittag erreichten wir bereits unseren ersten Übernachtungsstop - das kleine Dorf Santa Teresa. Unsere Zimmer waren einfach aber sauber, ich teilte mir eins mit Leif und Hanna. Zähne wurden im Innenhof geputzt gleich neben der Dusche und der Toilette.

Nachdem wir eingezogen waren, machten wir einen kurzen Spaziergang zum "Rio Urubamba" und Julien und Andre trauten sich sogar ins kühle Nass:

Machu_Picchu_Trip_062.jpg
Machu_Picchu_Trip_061.jpg

Wir anderen ergriffen aufgrund einer Invasion von Moskitos schnell wieder die Flucht und dann gab es erstmal eine Mittagsstaerkung:

Machu_Picchu_Trip_059.jpg
Links: Claudi, Leif, Ryan, Kris
Rechts: ohn, Chablis, Hanna, Julien
am anderen Ende: Andre

Den restlichen Nachmittag vertrieben wir uns mit UNO wobei Andre später als Hausmeister agierte und uns einen schönen Lampenschirm zunächst aus Papier baute und später einfach einen Korb über die Lampe stülpte. Ich glaube, er wollte sich vielleicht die Nacht verdienen:

Machu_Picchu_Trip_073.jpg
Machu_Picchu_Trip_068.jpg

Nach dem Abendessen gingen wir alle früh schlafen, da wir uns am nächsten Tag wieder früh auf den Weg machen würden.

20.10.2009
Wir standen um 5 Uhr auf und um 5.30 Uhr gab es Frühstück - leckere Pfannkuchen mit einem extra kleinen Obstsalat für mich den ich dem Hostelbetreiber abgeschwatzt hatte. Um kurz nach 6 waren wir "on the road" to Machu Picchu und es sollte mit 6-8 Stunden Wandern der härteste Tag werden. Der Tagesablauf wechselte zwischen Koka-Unterricht, heißen Bergaufwanderungen, kühlen Schattenpausen mit kleinen Freunden, viel Frohsinn und zu guter Letzt ankommen in den heißen Quellen nach den letzten 2 Stunden Wanderung im Regen.

Machu_Picchu_Trip_076.jpg
Machu_Picchu_Trip_082.jpg
Machu_Picchu_Trip_089.jpg
Eine kleine Staerkungspause auf dem Weg...
Machu_Picchu_Trip_091.jpg
Unser kleiner Freund der staendig Schokolade geklaut hat...
Machu_Picchu_Trip_096.jpg
Puh, das hatten wir uns verdient...
Machu_Picchu_Trip_101.jpg
Machu_Picchu_Trip_106.jpg
Julien
Machu_Picchu_Trip_107.jpg
Silvio - unser Führer
Machu_Picchu_Trip_108.jpg
Es ging tief runter...
Machu_Picchu_Trip_119.jpg
...und die Wege waren steil. Unglaublich wie die Inkas frueher voll bepackt diese Wege jeden Tag gelaufen sind.
Machu_Picchu_Trip_143.jpg
Ein riesengroßer Weihnachtsstern
Machu_Picchu_Trip_148.jpg
...fast geschafft...
Machu_Picchu_Trip_150.jpg

Wir flüchteten vor den Moskitos und sprangen ins heiße Nass in die Hot Springs von Santa Maria - dazu ein kühles Bier, so liess es sich aushalten. ;-) Klare Sache, dass wir uns schnell gegen die letzte Stunde Wanderung nach Santa Maria zum Hostel und für eine Stunde länger in den Hot Springs entschieden.

Machu_Picchu_Trip_152.jpg
Da die Moskitos uns wirklich aufgefressen haben, sobald wir das Wasser verlassen haben, gibt es hier leider keine Bilder...aber das Bier hat geschmeckt ;-)

Nach dem Abendessen ging es in den Club und es wurde ein feuchtfröhlicher Abend.

21.10.2009
Da der Morgen schon zu nah war, als wir aus dem Club heimkehrten, kürzten wir auch diesen Tag (wir sind halt moderne Inkas und steigen ab und zu mal ins Auto ;-)) und starteten direkt mit dem "nur" 3-stündigen Marsch auf den Gleisen nach Aguas Calientes, das Tor zum Machu Picchu. Das Balancieren der Gleise wurde immer wieder unterbrochen mit dem Flüchten vor entgegenkommenden Zügen.

Machu_Picchu_Trip_155.jpg
Ja, aufgepasst hier fahren wirklich noch Zuege...
Machu_Picchu_Trip_157.jpg
Machu_Picchu_Trip_162.jpg
Machu_Picchu_Trip_164.jpg
Auch wenn wir alle ein wenig lebensmuede waren...
Machu_Picchu_Trip_167.jpg
...sind wir hier schließlich ganz schnell zur Seite gesprungen. ;-)

Als wir gegen Mittag in Aguas Calientes eintrudelten, legte ich mich erstmal schlafen, der Vorabend steckte noch zu sehr in den Knochen.

22.10.2009
Heute war nun endlich der große Tag angebrochen...auf gings zum Machu Picchu. Wir standen um 4 Uhr auf und machten uns um 4:45 Uhr auf den Weg zum Inkaerbe. Der Aufstieg sollte ca. 1 Stunde dauern und wir sammelten unsere letzten Kräfte zusammen. Um kurz nach 6 Uhr kamen wir oben an, bekamen sogar noch Tickets für den Wayna Picchu, der einen wunderbaren Blick auf den Machu Picchu erlaubt und wurden erstmal mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang ueber dem Machu Picchu belohnt:
Der Anblick war ueberwaeltigend:

Machu_Picchu_Trip_174.jpg
Den Berg, den ihr im Hintergrund seht ist uebrigens der Wayna Picchu, auf den ich am Ende noch raufgeklettert bin...
Machu_Picchu_Trip_181.jpg

Anschließend ging es für 2 Stunden mit Silvio übers Gelände und wir lernten ein wenig über die Geschichte von Machu Picchu.

Machu Picchu (Quechua: Machu Pikchu, dt.: alter Gipfel) ist eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2.360 Metern Höhe auf einer Bergspitze der Anden über dem Urubambatal in der peruanischen Region Cusco in 75 Kilometern Entfernung nordwestlich der Stadt Cusco liegt.

Machu_Picchu_Trip_191.jpg
Machu_Picchu_Trip_195.jpg
Machu_Picchu_Trip_198.jpg
Machu_Picchu_Trip_201.jpg
Machu_Picchu_Trip_206.jpg

Nach der Führung war unsere Tour vorbei und schwerzen Herzens verabschiedete ich mich von meinen Begleitern der letzten Tage. Ich bestieg mit Kris & Ryan noch gemeinsam den Wayna Picchu und genoss von hier aus noch einmal die atemberaubende Aussicht:

90_Machu_Picchu_Trip_236.jpgMachu_Picchu_Trip_215.jpg
Machu_Picchu_Trip_223.jpg
Machu_Picchu_Trip_238.jpg

Zurück in Aguas Calientes aßen wir noch eine Pizza zusammen und nahmen um 18 Uhr den Zug zurück nach Ollantaytambo um von dort aus weiter mit dem Bus nach Cuzco zu fahren.

Machu_Picchu_Trip_249.jpg

Nach einigen Busanschlussschwierigkeiten (natürlich konnten wir den Bus der uns zurück nach Cuzco bringen sollte nicht finden, stiegen dafür in einen anderen und mussten extra zahlen...) kamen wir müde und kaputt gegen 22 Uhr in Cuzco an und wollten eigentlich nur noch schlafen. Leif hatte keine Unterkunft mehr und mietete sich daraufhin in meinem Hostel mit ein. Dort angekommen hatte Etienne, mein franzoesischer Freund aus Ecuador, mir eine Nachricht hinterlassen, dass sie noch in einen Club gegangen waren...und ihr kennt mich ja, Party brauch man mir nicht zweimal sagen...;-). Ausserdem musste ich ja schon einmal die Partytauglichkeit meines neuen Reisepartners fuer die naechsten 2 Wochen pruefen...um 5 Uhr früh fiel ich totmüde nach 24 Stunden ins Bett...was für ein Tag.

Eingestellt von TCTravel09 04.11.2009 17:00 Archiviert in Peru Tagged round_the_world Kommentare (0)

Budget accommodation in Peru

Read reviews from other Travellerspoint members.

Peru, Lima (Tati wieder alleine)

Noch mal 2 Tage einfach nur "abhängen"

sunny 26 °C
View Einmal um die Welt... auf TCTravel09's Reise-Karte.

02.11.2009

Heute wollte ich eigentlich ausschlafen, ging doch gestern in der Hostel Bar noch bis 2:00 nachts die Party ab.
Aber irgendwie war mein Körper schon um 7:30 hell wach. Wahrscheinlich noch Nachwehen von unseren Dschungeltouren, für die wir um 5:00 aufstehen mußten.

Nachdem ich noch einige Zeit im Bett rumgelümmelt habe, ließ ich mir ein leckers Käse-Schinken Omlett machen und labte mich am Continental Breakfast. Danach erledigte ich ein paar Aufgaben (Wäscherei, Ferreteria, Supermarkt) und machte es mir dann auf der Dachterrasse des Pariwana Hostels gemütlich (Internet, Skypen).

Später ging ich noch joggen und bummelte dabei am Parque del Amor und dem Strand vorbei. Durch die untergehende Sonne war die Atmosphäre einfach fantastisch. Die Windsurfer erinnerten mich an Moritz. Schade, dass er nicht dabei sein konnte. :(

Abends habe ich dann nur noch im Hostel bekochen lassen und mit Claudi einen Treffpunkt für den nächsten Tag ausgemacht. Danach hatte das Internet meine volle Aufmerksamkeit.

03.11.2009

Heute habe ich wieder nicht viel gemacht. Neben einem sehr leckeren Fruchsalat mit Joghurt und Müsli, habe ich gepackt, ausgecheckt und mit Familie und Freunden geskypt.

Um ca 18:30 kamen dann Claudi und Etienne im Hostel an. Nachdem wir um 19:00 uns wieder im Hostel bekochen ließen, wurden die letzten Sachen zusammengepackt und das Taxi fuhr uns um 21:00 zum Flughafen. Die Reise ging weiter nach Brasilien.

Eingestellt von TCTravel09 02.11.2009 17:00 Archiviert in Peru Tagged round_the_world Kommentare (0)

Peru, Tambopata National Reserve (Moritz und Tati)

Es sich im Dschungel einfach nur gut gehen lassen

sunny 30 °C
View Einmal um die Welt... & Moritz Peru auf TCTravel09's Reise-Karte.

Am 27.10.2009 ging es endlich los in den Dschungel in die Tambopata Ecolodge. Von Cusco flogen wir nach Puerto Maldonado und von dort weiter mit dem Boot in die Lodge. Schon auf der dreistündigen Bootsfahrt sahen wir einige Tiere, wie z.B den Dusky Titi Monkey, einen Springaffen, der hier vorkommt, sowie Gruenflügel Aras:

Gruenfluegel_Ara.jpg
Grünflügel Ara

Die Lodge befindet sich im Tambopata National Reserve (TNR), welches 1977 gegründet wurde und am Rande des 1 Mio Hektar großen Bahuaja-Sonene Nationalparks liegt. Das subtropische TNR (280.000 Hektar) wurde im Jahr 2000 mit dem Bahuaja-Sonene Nationalpark und dem Madidi Nationalpark in Bolivien zum größten, grenzübergreifenden tropischen Schutzgebiet vereint.

Nachdem wir an der Lodge in unseren tollen Bungalow eingezogen waren und einen leckeren Begrüßungsdrink zu uns genommen hatten, gab es eine kleine Einführung und anschließend das Abendessen im Kerzenlicht.

Peru-Tambopata-Lodge2.jpg
Lodge Zimmer

Peru-Tambopata-Lodge.jpg
Lodge

P1060049.jpg
Beim Abendessen

Direkt nach dem Essen ging unser Guide Hugo mit uns beiden auf eine interessante Nachttour.
In der Nacht hört man die Geräusche des Dschungels noch viel besser als tagsüber, weil man sich in der Dunkelheit vollends auf die Geräusche konzentieren und das Sehzentrum vernachlässigen kann. So z.B haben wir den Nachtaffen gehört. Obwohl dessen Stimme immer näher kam, konnten wir ihn nicht sehen. Auch der Cicada Käfer (Singzikade), dessen Larve in diesem Gebiet bis zu 12 Jahre unter der Erde lebt, machte sehr interessante Geräusche. Teilweise hörte er sich wie eine Kettensäge an.

Mantis.jpg
Mantis Insekt

Lodge_-_Tarantel_nah.jpg
Mitbewohnerin der Lodge: Tarantel im Dachmaterial

Diese Orange-füßige Taranteldame ist unsere kleine Freundin geworden. Wir haben sie jeden Abend besucht.

Anoli.jpg
Anoli

Den Anoli fand ich so toll, weil er wie ein kleiner Kaiman aussah. Er hatte geschlafen und machte die Augen auf kurz bevor ich das Bild machte. Gespentig :)

28.10.2009
Heute mußten wir früh raus, weil leider auch die Tiere immer früh auf den Beinen sind und man sie in der Mittagshitze nicht so richtig zu Gesicht bekommt. Also ging es nach einem Buffetfrühstück um 6:00 los um zu einem Oxbow Lake. Ein Oxbow Lake ist ein U-Förmiger See, der sich aus dem abgeschnittenen Wasserarm eines Flußes gebildet hat.

Gleich zu Anfang sahen wir vom Boot aus einen Mohrenkaiman und ein Wasserschwein (Capybara), das größte Nagetier der Welt.

Capybara_mit_Vogel.jpg
Capybara mit Vogel

Auf unserer Wandertour und dem Boot auf dem See bekamen wir auch jede Menge Tiere zu Gesicht, z.B:

  • eine große Tarantel, die noch um einiges größer als unsere Orange-füßige Dame aus der Lodge war:

Tarantel_gross.jpg

  • Gelbbrust Aras, die über den Oxbow Lake flogen:

gelbbrustAra_-_Hayes.jpg
Aufgenommen von Hayes Chow

  • Hoatsin Vögel mit einem lustigen Kamm auf dem Kopf

Clipboard02.jpg
Aufgenommen von Hayes Chow

  • Long nosed bats ("Langnasen Fledermaus")

long_nose_..rmaeuse.jpg

  • Mehrere "Blue Morpho" Schmetterlinge.

Blue_Morph..-_Hayes.jpg
Aufgenommen von Hayes Chow

Und natürlich bestaunten wir nicht nur Tiere, sondern ebenso interessante Bäume, wie z.B den nach Knoblauch riechenden "Knoblauch Baum" oder den zweitgrößten Baum der Welt - Kapok Baum:

Kapok_Baum.._Moritz.jpg
Großer Kapok Baum, Tati und Moritz

Die Cecropia (oder Ameisenbaum) stellt die perfekte Symbiose zwischen Fauna und Flora dar. In ihrem Stamm nisten sich Ameisen ein. So bietet der Baum den Ameisen ein zu Hause. Als Gegenleistung halten die Ameisen den Baum selbst und die unmittelbare Umgebung "sauber". Dies verhindert, dass sich andere Keimlinge, Parasitenplanzen oder Würgeplanzen auf oder rund um den Baum ansiedeln.
Um das Verhalten der Ameisen zu "testen", legten wir auf den Blättern des Baumes ein paar Brösel von vertrockneten Blättern. Nach kurzer Zeit schwärmten die Ameisen aus und beförderten die Brösel in Teamarbeit über den Blattrand hinaus zu Boden. Einige gaben sogar vollen Körpereinsatz und stürzten sich samt der Brösel in die Tiefe!

Hier ein kurzes Video (ca 8 Sekunden), das die fleißigen Ameisen zeigt!

Am Ende fütterten wir die Bewohner des Oxbow Lakes (Pirañas) noch mit Keksen. Die waren ganz heiß auf die salzigen Dinger. Bis dato dachte ich Pirañas wären Fleischfresser!

Nach der Tour relaxten wir in der Lodge und stärkten uns mit Bier für die abendliche Kaiman Tour. Auch die Braunrücken Tamerine hatten Hunger und holten sich die Bananen ab, die ihnen die Belegschaft der Lodge auf eine Plattform gelegt hatte.
Braunrücken Tamerine sind die kleinsten Affen im Tambopata National Reserve.

Lodge_-_Br..amerin4.jpg

Lodge_-_Br..amerin2.jpg

Vor der Tour gab uns Hugo noch eine kleine Einführung in die Unterschiede zwischen Krokodilen und Alligatoren.

Es gibt drei Familien von "Krokodilen":

1) Gaviale: sie haben eine lange, breite Schnauze, die sich im Laufe der Evolution zum perfekten Fischfang Werkzeug entwickelte. Von dieser Art gibt es jedoch in dieser Gegend keine.

2) Echte Krokodile (Crocodylidae) kommen quasi auf der gesamten Welt vor. Die echten Krokodile kann man an der V-förmigen Schnauze und dem herausstehenden, vierten Zahn erkennen.

3) Alligatoren (Alligatoridae), welche eine U-förmige Schauze haben. Außerdem steht bei Alligatoren bei geschlossenem Maul nicht der 4 Zahn hervor.

Die Alligatoren sind in 2 Unterfamilien aufgeteilt:

  • Echte Alligatoren (Alligatorinae)

  • Kaimane (Caimaninae), die wiederum in weitere Arten unterteilt sind. Die beiden, die in dieser Gegend (und nur in Südamerika) vorkommen, sind:
    o Brillenkaimane (Caiman yacare)
    o Mohrenkaimane (Melanosuchus niger)

Ganz grob erklärt, ist der Unterschied zwischen den beiden Tieren, dass der Mohrenkaiman einen schwarzen Rücken hat, während der Brillenkaiman gelblich ist (im Englischen = white Caiman)

Kaiman_Tou..an_Baby.jpg
kleiner Brillenkaiman

29.10.2009

Auch heute ging es wieder früh los, da eine mehrstündige Wandertour angesetzt war, die uns zum "Tapir Lake" führen sollte. Trotz des Namens gab es hier KEINE Tapire zu sehen. ;)

Auf unserer Wanderung ging es erst durch Sekundärwald (u.a Bambus, Helikonien, und Ameisenbäume (Cecropia)). Später liefen wir wieder durch den Primärwald, den ich persönlich bevorzuge. Gleich zu Anfang bekamen wir wieder einen Blue Morpho zu Gesicht und kurz darauf aus nächster Nähe einen "Mealy Parrot" (auf deutsch Mülleramazone).
Ungewöhnlicherweiße sass er in Bodennähe auf einem Ast. Durch sein grünes Gefieder war er so gut getarnt, dass ich ihn zuerst gar nicht sah. Es wäre die perfekte Fotogelegenheit gewesen, da die Aras und Papgeien normalerweiße in den Baumkronen sitzen und deshalb schwer zu fotographieren sind. Leider haben wir den Vogel so lange bestaunt, bis er wegflog. Ein Foto kann ich Euch also nicht zeigen.

Kurz darauf sahen wir eine ganze Gruppe von Braunrücken Tamerinen - wie schon erwähnt die kleinsten Affen im TNR. Sie hatten ein Baby dabei, das gerade mal so groß wie ein Streifenhörnchen schien. Total süß.

Auch auf dem Rest der Tour sahen wir ziemlich viele Tiere, wie z.B

  • Hellrote Aras

Hellrote_Aras_nah_2.jpg

  • Gelbbrust Aras am Tapir Lake

Tapir_Lake..Ara_nah.jpg

  • Mohrenkaiman ganz nah

Peru-Tambo.._caiman.jpg

Um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, relaxten wir zwischendurch auf unserem Kanu:

Tapir_Lake..i_relax.jpg

Zum Mittagessen gab es Junie, in Helikonia Blättern gekochter Reis mit Hühnchen, Curry, Oliven und Kräutern. Sehr lecker.

Juanie.jpg

Auf der Rückfahrt bekamen wir noch eines der "Wahrzeichen" dieser Region zu sehen: Schmetterlinge, die von den salzigen "Tränen" der Schildkröten trinken. Dies ist zwar nicht ein Wahrzeichen des Tambopata National Reserve, aber ist ein Bild, das eigentlich jeder Tourist hier zu Gesicht bekommt.

Schildkroe..terling.jpg
Rückfahrt - Schildkröte mit Schmetterling

Am Ende des Ausflugs hatten wir noch das Glück direkt an der Lodge eine Familie von roten Brüllaffen hautnah beobachten zu können.

Peru-Tambo.._howler.jpg

Den 30.10.2009 gingen wir langsam an, was sich als gute Idee herausstellte. An diesem Tag betrug die Luftfeuchtigkeit bestimmt 80%. Die Hängematte wurde unser Hauptaufenthaltsort.
Nachmittags gingen wir jedoch auf eine kurze Tour zu einem nahegelegenen Bauernhof, wo ein zahmer Braunrückentamerin lebt.

Farm-Braun..amerin2.jpg

Der Affe war ganz verrückt auf die "Peruanische Guave", auch als icecream bean fruit bekannt. Lustigerweise hatte ich diese schon in Ecuador gesehen. Dort heißt sie dann aber logischerweise "Ecuadorianische Guave". Jetzt lacht ihr, aber die beiden Früchte unterscheiden sich tatsächlich ein wenig. Der "Inhalt" ist zwar gleich, aber die Schale hat eine unterschiedliche Form. Die Ecuadorianische hat eine Schale wie eine grüne Bohne, die Peruanische ähnelt eher einer Okra Frucht.

Peruanisch..n_fruit.jpg
Peruanische Guave - icecream bean fruit

Abends gingen wir auf unsere letzte Kaiman Tour und ließen den Abend langsam ausklingen.
Was ein toller Urlaub!

Eingestellt von TCTravel09 30.10.2009 16:00 Archiviert in Peru Tagged round_the_world Kommentare (0)

(Einträge 1 - 5 von 42) Seite [1] 2 3 4 5 6 7 8 9 » Nächste